Literaturmuseum Theodor Storm
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Der Ort, der Storm zur „Regentrude“ inspirierte

17. Mai 2020/von Dr. Haut

Sengende Hitze, vertrocknete Felder, verdurstendes Vieh und darbende Menschen – dieses Schreckensszenario ist nicht etwa aktuellen Nachrichten zum Klimawandel entnommen. Nein, es handelt sich um den Beginn des Märchens „Die Regentrude“, das der norddeutsche Dichter Theodor Storm im Jahre 1864 veröffentlichte. Das Werk gilt als eines der schönsten Kunstmärchen des 19. Jahrhunderts und wird bis heute immer wieder neu aufgelegt. Der Entstehungsort dieses Märchens liegt im Literaturland Thüringen, in der Kurstadt Heilbad Heiligenstadt im äußersten Nordwesten. Hier befindet sich das Literaturmuseum „Theodor Storm,“ das eine Ausstellung zu Leben und Werk des Dichters präsentiert. Der Autor des „Schimmelreiters“ verbrachte fast acht Jahre seines Lebens im damals noch preußischen Thüringen. Er hat dort als Richter gearbeitet und viele seiner Erzählungen sind von Heiligenstadt und seiner Umgebung inspiriert. Auf Storms Spuren wandelnd können zahlreiche noch nahezu geheime Orte entdeckt werden, die von literarischer Bedeutung sind – beispielsweise ein malerischer Wasserfall, der Storms Inspiration für sein Märchen „Die Regentrude“ bot.

 

Die Handlung des Märchens

Im Zentrum der Handlung stehen Maren und Andrees, zwei junge Leute, die gegen den Widerstand von Marens Vater heiraten möchten. Dieser profitiert als Wiesenbauer von der anhaltenden Dürreperiode, da seine Felder im sumpfigen Tiefland weiterhin gute Erträge einfahren, während alle umliegenden Bauern Mangel leiden. So auch Andrees’ verwitwete Mutter, die kurz vor dem Ruin steht, sollte nicht baldiger Regen ihre Ernte retten. In ihrer Not erinnert sie sich an die Sage von der wasserspendenden Regentrude. Diese müsse wohl eingeschlafen sein, wodurch ihr Gegenspieler, der Feuermann Eckeneckepenn, die Übermacht habe gewinnen können. Es gelingt Maren und Andrees, den Feuermann zu überlisten und durch Aufsagen eines Zaubersprüchleins die Regentrude zu wecken. Das Märchen endet versöhnlich: Der ersehnte Regen rettet die Ernte und Marens Vater stimmt der Heirat zu.

 

Was sagt uns das Märchen heute?

Wer heute einen Text aus dem 19. Jahrhundert liest, stellt sich mitunter die Frage nach dem Bezug zu unserer eigenen Lebenswelt. Bei Storms „Regentrude“ fällt es leicht, Parallelen herzustellen. Das Märchen passt mit seiner Dürre-Thematik in die Diskussionen zum Umgang mit dem Klimawandel, etwa die Fridays-for-Future-Proteste vornehmlich junger Menschen.

Flaniert ein Spaziergänger nun durch den Heiligenstädter Kurpark, trifft er zunächst auf bekannte Elemente: weiße Bänke, eine Konzertmuschel, gepflegten Rasen. Läuft er aber etwas abseits, findet er einen kleinen Wasserfall, der von Menschenhand nahezu unberührt scheint. Dort vorbei führt eine Brücke, an der die Besucher dieses Ortes seit 2017 von einer Holzskulptur begrüßt werden, geschaffen vom Künstler Christoph Haupt. Die lebensgroße, aber zart gestaltete Figur überrascht in ihren Details, denn sie birgt einen Hohlraum, der die feenhaften Elemente der Regenfrau und das Nebulöse ihrer mythischen Erscheinung eindrücklich in Szene setzt. Jeder ist also eingeladen, vielleicht sogar mit dem kleinen Büchlein „Die Regentrude“ in der Hand, in der Nähe des Wasserfalls mit der Regenfrau in stillen Dialog zu treten und am authentischen Ort dem Dichter Storm neu zu begegnen.

 

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https://stormmuseum.de/wp-content/uploads/veranstaltungen/Regentrude_Anne_Hey.jpg 315 500 Dr. Haut https://stormmuseum.de/wp-content/uploads/2020/06/TSM_LOGO_alte_NEU04.png Dr. Haut2020-05-17 13:33:142025-04-25 08:08:45Der Ort, der Storm zur „Regentrude“ inspirierte

Veranstaltung:


Eine Frau sitzt auf einem Sessel.

Lesung mit Ines Körner: Kurzgeschichten von Erich Kästner

27. Oktober, 19:00 Uhr - 20:30 Uhr
Familienporträt der Storms. Die zwei Dienstmädchen sind rot umkreist.

Tee bei Storm: Daniela Scheele: Die Dienst- und Kindermädchen der Familie Storm

3. November, 16:00 Uhr - 17:30 Uhr4 €

Vortrag mit Musik: Etienne Genedl: La Paloma – Das Lieblingslied des Joachim Ringelnatz

11. November, 19:30 Uhr - 21:00 Uhr

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+++ letzte Info+++

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Heilbad Heiligenstadt

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag:
10.00 bis 17.00 Uhr

Samstag & Sonntag:
14.30 bis 16.30 Uhr

Kontakt:

Tel.: 03606 / 613794
Fax: 03606 / 609935
eMail: kontakt@stormmuseum.de

Anschrift:

Literaturmuseum „Theodor Storm“
Am Berge 2
37308 Heilbad Heiligenstadt

Leitung: Dr. Gideon Haut


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