
Vernissage „Fragile Fäden. Malerei und Zeichnung von Horst Sakulowski.“
Mit großer Freude können wir bekanntgeben, dass wir am 01. März 2026 um 15 Uhr unsere neue Sonderausstellung, und zwar unter dem Titel „Fragile Fäden. Malerei und Zeichnung von Horst Sakulowski“ in den beiden, im Erdgeschoss befindlichen Ausstellungsräumen offiziell eröffnen dürfen! Alle Vereinsmitglieder, Museumsfreunde, Kunstbegeisterte und generell Interessierte sind herzlich eingeladen, bei dieser besonderen Vernissage vor Ort teilzuhaben.
Der Künstler wird selbst anwesend sein.
Nach den Begrüßungen von der Vorsitzenden des Theodor-Storm-Vereins, Monika Potrykus, sowie dem Museumsleiter, Dr. Gideon Haut, wird auch die Sprecherin des Verbandsrats des Verbands Bildender Künstler Thüringen e.V., Dr. Angelika Steinmetz-Oppelland, Grußworte an das Publikum richten.
Die Laudatio wird der Kunsthistoriker Ralf-Michael Seele aus Meiningen halten. Musikalisch begleitet wird die Vernissage von Maria Leben (Sopran) und Klemen Leben (Akkordeon).
Der Eintritt ist kostenlos. Eine Anmeldung vorab ist nicht nötig. Allerdings sind die Plätze begrenzt, kommen Sie also frühzeitig zur Veranstaltung!
Außerdem bieten wir ergänzendes Programm zu der Sonderausstellung an:
Am 8. April um 15:00 Uhr findet eine Kuratorinnenführung mit Henriette Roth und Judith Windel
statt.
Am 29. April um 19:30 Uhr referiert Prof. Dr. Bernd Lindner (Kulturhistoriker und Kultursoziologe) zu „Die Behauptung der Menschlichkeit. Horst Sakulowskis Charakterbilder in
brüchigen Zeiten.“
Wie immer liegen im Kassenbereich des Literaturmuseums kostenfreie Flyer mit einer Informationsübersicht zu der Eröffnung aus.
Zu diesen einzelnen Programmpunkten ist auf unserer Homepage je eine Unterseite mit jeweiligen Informationen zu finden.
Worum geht es in der Sonderausstellung?
Horst Sakulowski (geb. 1943) gehört zu den bekanntesten Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegskunst.
Sein Werk kreist um den Menschen: um Verantwortung und Zweifel, um Verletzlichkeit, Widerstand und die fragile Balance zwischen dem Individuum und der Gesellschaft.
Bekannt wurde er in den 1970/80er Jahren mit seinen sogenannten „Problembildern“: Porträt nach Dienst und Das Telegramm zeigen Menschen in Momenten existenzieller Anspannung (beide Werke werden auch im Rahmen der Sonderausstellung im Literaturmuseum zu sehen sein) – fern von jeglicher Heroisierung und dem sozialistischen Ideal, nah an der Realität des gelebten Alltags in der DDR. In ihnen verdichten sich persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Konflikte zu eindringlichen Bildaussagen. Die Ausstellung schlägt zugleich den Bogen zu Sakulowskis späterem Werk, insbesondere zu seinen großformatigen Zeichnungen. Figuren wie Marionetten, Harlekine oder Idole verweisen auf Verführung, Lenkung und Verlust von Autonomie sowie auf das Ausgeliefertsein des Menschen an äußere Kräfte – Themen, die auch Sakulowskis eigene Situation als freischaffender Künstler in der DDR prägten. Mit kraftvoller Linie, Verdichtung und bewusster Verzerrung macht er seelische Zustände sichtbar und entwirft Bilder einer brüchigen Welt, ohne dabei den Glauben an Mitgefühl und Menschlichkeit aufzugeben.
Weiterhin widmet sich die Sonderausstellung den inhaltlichen und motivischen Anknüpfungspunkten zwischen Horst Sakulowskis Werk und Theodor Storms Novelle Pole Poppenspäler (1874).
Beleuchtet werden sowohl der Entstehungskontext des Textes im wilhelminischen Kaiserreich als auch seine Rezeptionsgeschichte. Als zentrale Motive der Novelle eröffnen insbesondere die Symbolik des Puppenkasperls sowie die Leiddarstellung der Puppenspielerfamilie Tendler vielschichtige Bezugsebenen. Ähnlich zur künstlerischen Innenwelt des Puppenspiels in der Novelle ist Storm als Schriftsteller den Werturteilen der Gesellschaft ausgeliefert. Trotz unterschiedlicher Verarbeitungsweisen lassen sich dahingehend Parallelen zu Sakulowskis Selbstverständnis als Künstler sowie seinen Bildwelten erkennen.
(Text: Henriette Roth und Judith Windel)
Vita zu Horst Sakulowski:
1943 in Saalfeld/Thüringen geboren
1961 Abitur in Saalfeld
1962–67 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (bei Prof. Bernhard Heisig)
1967 Heirat mit Karin Berger
seit 1967 freischaffend als Maler und Grafiker in Weida/Thüringen
1968 Geburt des Sohnes Rolf
seit 1972 Teilnahme an allen Kunstausstellungen der DDR in Dresden
1975 Teilnahme an der Ausstellung „Kunst der DDR“ in Westberlin
1978/79 Teilnahme an der Ausstellung „Eva und die Zukunft“ in Hamburg
1984 Kunstpreis der DDR
1990 Umzug des Ateliers nach Gemeinde Lederhose
1998 Umzug des Ateliers nach Weida
seit 2017 Überarbeitung früher Zeichnungen
Die Veranstaltungen finden im Literaturmuseum „Theodor Storm“ statt,
nur wenn speziell ausgewiesen auch im Saal der Ev. Kirchgemeinde St. Martin, Friedensplatz.
- Unser Telefon:
+49 (0)3606 613794





