Die neuen Storm-Blätter sind da!

Der 27. Jahrgang der „Storm-Blätter aus Heiligenstadt“ ist ab sofort erhältlich und kann in unserem hauseigenen Museumsshop für 9,80 € erworben werden! Sie haben keine baldige Reise nach Heiligenstadt geplant? Kontaktieren Sie uns gerne und wir lassen Ihnen die Ausgabe postalisch zukommen.

Die neueste Ausgabe enthält die Beiträge aus den wissenschaftlichen Vorträgen der 32. Stormtage 2025. Für nähere Informationen zum Inhalt der Beiträge folgt ein Ausschnitt des Vorworts der 27. Storm-Blätter von Dr. Gideon Haut zusammen mit Judith Windel im April 2026:

Das Jahr 2025 war für uns ein besonderes Jahr, das ganz im Zeichen Heinrich Heines und des 200. Jubiläums seiner Taufe in Heiligenstadt stand. Die Stormtage widmeten sich daher diesem für unsere Stadt und unser Museum so wichtigen Ereignis. Der 27. Jahrgang der „Storm-Blätter aus Heiligenstadt“ versammelt die vier wissenschaftlichen Aufsätze der Tagung, die vom 4. bis 6. Juli 2025 lief. […]

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jubiläum von Heines Unternehmung und ersten Niederschrift seiner Harzreise stellte auch das Heinrich-Heine-Institut zu Düsseldorf eine Sonderschau mit dem Titel Alles wie verzaubert – 200 Jahre Heines Harzreise aus. Im Zeitraum vom 6. Oktober 2024 bis zum 4. Mai 2025 war sie allen Besuchenden zugänglich. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Direktor des Heine-Instituts, Jan von Holtum, wurde sie von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Nora Schön kuratiert.

In ihrem Beitrag für die Stormblätter gibt sie einen Überblick zur Konzeption sowie Durchführung der Sonderausstellung. Darauffolgend stellt sie die außer- sowie innertextliche Bedeutsamkeit von Heines erstem Reisebild dar. So zeichnet sie zunächst den Ablauf der von Heine vorgenommenen Wanderung zu Fuß durch das Harzgebirge ab September 1824 nach. Weiterführend ordnet sie den Inhalt, die Produktion sowie die Veröffentlichung der Harzreise in Heines Biographie und in den historischen Kontext ein. Einen essentiellen Schwerpunkt in ihrer Textinterpretation legt sie auf die literarische Ausnahmestellung des Werks, die nicht nur in seiner zeitgenössischen, gesellschafts- und politikkritischen Dimension begründet liegt, sondern auch in der künstlerischen Weiterentwicklung ihm vorangegangener, internationaler Reisebeschreibungen. Auch anhand der einzigartigen Kompositionsdualität von bildhaft-tiefenemotionaler Poetik und demaskierenden, ironischer Brechungen zeigt Frau Schön den in vielfältiger Hinsicht wegweisenden Charakter für Die Harzreise auf.

Jan von Holtum setzt sich innerhalb seines Beitrags mit den verschiedenen, mentalitätsgeschichtlichen Bedeutungsebenen von Heinrich Heines Freiheitsidee auseinander. Zur Einführung thematisiert er deren Nachwirkung im Rahmen der Rezeption des Schriftstellers bis in unsere heutige Gegenwart. Die Entstehung sowie Weiterentwicklung von Heines Freiheitsidee situiert von Holtum in dessen biographischer Nähe zu Frankreich sowie dem politischen Zeitgeschehen in den deutschsprachigen Territorien bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Dahingehend verdeutlicht er die französische Prägung, die Heine während der Besatzung im Rheinland von Kaiser Napoleon I. durch die Ideale der Großen Französischen Revolution erhielt. In den darauffolgenden Kapiteln beleuchtet er Heines Freiheitsverständnis aus religiösen, terminologischen, ethischen, sozialen, sinnlichen und künstlerischen Blickwinkeln.

Unter biographischen und theologischen Gesichtspunkten beleuchtet Dr. Frank Pritzke Heinrich Heines lutherisch-evangelische Taufe in Heiligenstadt. Dr. Pritzke ist als Pastor und seit 2015 an der Theologischen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen auch als Lektor für Latein tätig. Auf Basis der wissenschaftlichen Beschäftigung und der daran anschließenden Fragestellungen von Ferdinand Schlingensiepen rekonstruiert Dr. Pritzke die Tauf-Begebenheiten. Dahingehend stellt er auch die Quellenlage zur Einordnung dieses Ereignisses vor. Außerdem reflektiert er anhand dieser, vor allem Heines Ego-Dokumenten sowie literarischem Werk, wie Heine sich zu dem lutherisch-evangelischen Christentum positionierte und welche Bedeutung seine Taufe für ihn hatte.

Der vierte Beitrag von Prof. Dr. Eckart Pastor beschäftigt sich mit dem Frankreich- und Franzosen-Bild in deutschsprachigen, literarischen Erzeugnissen des 19. Jahrhunderts. Im historischen Zusammenhang des „langen 19. Jahrhunderts“ geht er auf Grundlage einer Untersuchung von Wolfgang Leiner zum einen auf Stereotype, Darstellungstrends und Verklärungen der französischen Mentalität und Sprache ein. Zum anderen zeichnet er die zunehmende Grabentrennung Deutschlands zu Frankreich durch Diskriminierung und Hetze während der napoleonischen Kriege sowie im Rahmen des aufkommenden europäischen Nationalismus nach. Auch Heinrich Heine taucht in dieser Geschichte zwischen Liebe und Hass immer wieder als Akteur in Vermittlungsposition auf. Damit richtete er sich bewusst gegen den literarischen Zeitgeist in den deutschsprachigen Territorien. […]

Die Beiträge aus den wissenschaftlichen Vorträgen an den 33. Stormtagen 2026 zum Familienverständnis des 19. Jahrhunderts anhand von Theodor Storms Werk sowie seiner eigenen Familiengeschichte können Sie an den nächsten Stormtagen im ersten Juli Wochenende (2.–4.7.) 2027 erwerben.